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Man ist stolz auf ihn. Zurecht. Der MDW zählt ohne Zweifel zu den schönsten Landschaftsläufen in Deutschland. Was ihn besonders macht? Vor allem die allgegenwärtige Lebensfreude der Pfälzer. Weiter die Rückendeckung, die diese Veranstaltung genießt. Die Region steht Kopf. Man hilft, packt an, läuft mit, schaut zu und feuert an. Der Start- und Zielort Bockenheim, mit rund 2300 Einwohnern fünfgrößter Ort der Verbandsgemeinde Leininger Land und der nördlichste des Landkreises Bad Dürkheim, platzt am Marathonwochenende aus allen Nähten. Hier wurde 1995 das Haus der Deutschen Weinstraße errichtet, als Gegenstück zum Deutschen Weintor, dem südlichen Beginn der 85 km langen, weltweit ältesten Weintouristikroute. Doch halt, soweit führt die Strecke nicht. Ab Bad Dürkheim geht es wieder zurück, wenngleich nicht auf gleichem Weg. Halbmarathon-Teilnehmer treten bereits in Kleinkarlbach den Rückweg an. Ein fliegender Wechsel zur kürzeren Distanz ist bei gemeinsamen Start erlaubt. Nachteil, man verpasst die Hälfte. Die beliebte Ausflugsregion für eine viele Stunden dauernde Laufveranstaltung frei zu halten erfordert unzählige Ordnungskräfte. Diese aufzubringen gelingt nur, weil die Kreisverwaltung als Veranstalter fungiert und anscheinend Einigkeit vorherrscht, dass alles Hinderliche zum Wohl des Marathons aus dem Wege zu räumen ist. "Wir wollen einen schönen Marathon", rückte Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld am Morgen das Wesentliche in den Fokus - und konnte schließlich bilanzieren: "Wir sind mit dem Verlauf des Marathons sehr zufrieden. Das gesamte Wochenende ist gut gelaufen. Wir gratulieren allen Finishern." Der MDW ist von der ersten Stunde an bei Organisationsleiter Rolf Kley in besten Händen. Für den Finanzchef des Landkreises ist der Marathon eine Herzenssache. Seit 1998 führt er diesen verantwortlich durch aufkommende Welt- und Gesundheitskrisen, er hat die Wechsel wichtiger Positionen im Organisationsteam unbemerkt gemanagt und behält ganz pfälzische Lebensart die eigene Note des MDW bei. Es gibt keine Einladungen, weder für internationale Spitzenläufer noch für regionale Laufstars. Ums ausgelobte Preisgeld, das sich seit dem Wechsel von D-Mark auf Euro nicht mehr geändert hat, dürfen aber alle kämpfen. Den besten Pfälzern sowie den Besten aus dem Landkreis Bad Dürkheim winken Sonderprämien.
`Endlich ist die Saat der vorausgegangenen Marathonläufe an der Weinstraße aufgegangen. Es hat sich herumgesprochen, dass es sich lohnt diesen nicht leichten Landschaftslauf mitzumachen. Zunächst waren es Kenianer, dann Polen, die es kaum glauben konnten, dass man ihnen Startgeld abverlangte. Letztendlich fügten sie sich der konsequenten Haltung und der MDW wurde für sie dennoch zum Zahltag´. So lautete es im Beitrag aus dem Jahre 2002 nach der dritten Austragung im LaufReport.
Seither hat ein Wandel stattgefunden. Marathons werden von international agierenden Agenturen aufgekauft. Berufsläufer wählen ihre Starts um den ganzen Erdball herum und minutengenau lassen sich Spitzenergebnisse bei den erfahrenen Sportmanagements einkaufen. Andererseits ist in der Zwischenzeit so mancher Marathon in der Versenkung verschwunden. Beispielsweise die in den räumlich nahe liegenden Städten Saarbrücken, Mainz und Mannheim. Organisationsleiter Rolf Kley beobachtet das Geschehen genau und weiß den Marathon Deutsche Weinstraße richtig einzuordnen. Einzig die Diskrepanz zwischen bezahlter Anmeldung und Teilnahme macht ihn nachdenklich und die Frage bleibt aktuell: "Wie bekommen wir das besser in den Griff." Wieder blieben rund 800 der 3.896 Angemeldete dem Start fern. Freilich blieb das Startfeld riesig, dass unter dem, einem römischen Kastell nachgeahmten Haus der Deutschen Weinstraße, das selbige überspannt, auf die lange Reise geschickt wurde. Landrat Ihlenfeld übernahm die Abgabe des Startschusses und hinterfragte den Verbleib prominenter Landespolitiker, die sich bei früheren Auflagen dafür gewinnen ließen. So war in den Anfängen Ministerpräsident Kurt Beck vor Ort, gab Startschüsse ab und überreichte persönlich Siegerschecks. The Times They Are a-Changin, besang Bob Dylan schon in den frühen 60ern des letzten Jahrhunderts. Zu beurteilen, ob sie besser oder schlechter werden sei jedem selbst überlassen. Die Laufzeiten jedoch lassen sich vergleichen. Streckenrekorde feierten nur Duos, Solisten scheiterten allesamt an den Vorgaben.
HalbmarathonTom Holzmann machte nach seinen Siegen bei den Austragungen 2022 und 2024 nun den Hattrick perfekt. Der 30jährige Richter am Verwaltungsgericht in Neustadt an der Weinstraße lag von Beginn an alleine an der Spitze des gesamten Feldes und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Nicht ungewohnt für den Triathleten der LLG Wonnegau. Seine Leistungskurve von 1:11:50 h 2022 über 1:11:00 h 2024 auf nun 1:08:48 h lässt aufhorchen. Der Streckenrekord des besten Pfälzers wäre ohne den Gegenwind auf seinem Rückweg nach Bockenheim greifbar geworden und das hätte motiviert.
Weiterhin bleibt also die Zeit des Kenianers Dickson Kurui aus dem Jahr 2014 unübertroffen, der bei der 9. Austragung, dem Debüt des jetzigen Landrats und damals in der in Vergessenheit geratenen Winzerstaffel aktiv, bei schönstem Wetter den Halbmarathon in 1:07:38 h gewonnen hatte. Auch ein neuer Marathonrekord wurde damals aufgestellt (Yonas Kinde in 2:23:47 h), der jedoch bereits bei der 10. Austragung getoppt wurde. Tom Holzmann tendiert nach dem Hattrick bei der nächsten Austragung zum Marathon. Es müsste sich somit ein anderer Nachfolger für Kurui finden.
Etwas irritierte die Startnummer des zweitplatzierten David Mahnke. Er hatte auf den letzten Drücker einen Teilnahmeplatz des ausgebuchten Laufs auf der Tauschbörse ergattert, die war jedoch für den Marathon und trug den aufgedruckten Vornamen Sandra. Für den 24jährigen Mahnke (Laufteam Rennwerk) war es die erste Teilnahme am Marathon Deutsche Weinstraße und der erste Halbmarathon. Nach 1:14:37 h erreichte er das Ziel und durfte zum zweiten Preisgeld den dotierten Sieg des besten aus dem Landkreis feiern. Dritter wurde Norman Korff vom TV 1890 Edingen, wie Holzmann Jahrgang 1995, in 1:15:45 h, der weiterhin zusammen mit Carlo Nenast mit der besten Duo-Zeit die Annalen anführt, gelaufen in 2:23:08 im Jahr 2022. Zeiten unter 1:20 h schafften die folgenden Stefan Fimpel vom TV Maikammer in 1:18:40 h, Eduard Mankowski vom Laufteam Pirmasens in 1:18:45 h, Philipp Ullrich aus Bad Bergzabern in 1:18:49 h und Gregor Schreiner von der LLG Wonnegau in 1:19:52 h als Siebter.
Bei den Frauen behauptete sich Tanja Hellmann von der LG Rülzheim gegen starke Gegnerinnen. Für die 34jährige zweier Jungs (6 und 4 Jahre), die im Berglauf mehrmals für Deutschland bei internationalen Meisterschaften startete, war es die erste Teilnahme in Bockenheim. "Es war super. Das nächste Mal laufe ich vielleicht den Marathon." Nach 1:22:34 h war ihr Sieg unter Dach und Fach, wenngleich weit über ihrer persönlichen Halbmarathon-Bestzeit von 1:15:30 h und hinter dem Streckenrekord von 1:17:09 h, den seit 2012 Gladys Kiprotich aus Kenia hält.
Für Jasmin Volz von der MTG Mannheim war das Tagwerk nach 1:24:17 h vollbracht. Platz 2 für die in der Hauptklasse startende Ärztin, die seit 2024 mit Saskia Bausch den Duo-Marathon-Rekord weiblich in 3:07:13 h hält. Dritte wurde Annette Grotz aus Freinsheim in 1:25:00 h, wie die Siegerin Jahrgang 1992. Lena Wirth lief für den ASC Darmstadt auf Rang vier in 1:27:18 h und siegte in der W35. Julia Könnel vom 1. FC Kaiserslautern lief als Fünfte und W40-Siegerin den Halbmarathon in 1:29:37 h. Natalia Keil aus Aglasterhausen lief für Keil-GmbH in 1:31:01 h auf den sechsten Rang und komplettierte das Podium der W30. Das Halbmarathonziel erreichten insgesamt 1673 Aktive, davon 649 Frauen. MarathonVorjahressieger Simon Stützel war gemeldet, aber zählte zu jenen etwa 25 Prozent, die nicht starteten. Er war zeitgleich als Tempomacher beim Hannover Marathon gefordert. Gegen ihn hätte sich Eric Nies vom TV Maikammer keine Chancen eingeräumt, aber er wusste dessen Abwesenheit zu nutzen. Der 26jährige Richter am Landgericht Landau kannte den MDW, bei dem er einmal Halbmarathon gelaufen war. Es war überhaupt erst sein zweiter Marathon. Beim ersten war er nicht richtig vorbereitet für die Mannschaft gestartet und lief nun in 2:36:12 h persönliche Bestzeit.
Auf den zweiten Rang kam Jonas Janzer vom 1. FC Kaiserslautern in 2:51:39 h. Für den 36jährigen war es die Erstteilnahme am MDW und sein fünfter Marathon. Als Bestzeit nennt er 2:38:59 h. Wie ein Zeitvergleich zeigt, lief er streckenweise mit der Frauensiegerin zusammen. Ähnlich ging es dem drittplatzierten Luis Graulich von der LGV Marathon Giessen, den man oft an der Seite von Laurine Freitag sah, wobei die Marathonzweite seine Freundin ist. Für ihn war es der erste Marathon überhaupt. Dreimal ist er Halbmarathon gelaufen, hat aber erst 2025 mit dem Laufsport begonnen. Der 26jährige kommt vom Fußball, ist angehender Elektromeister und fand die Veranstaltung einfach super.
Omar Hajji aus Mannheim, Jahrgang 1995, schaffte als Vierter und letzter Mann in 2:59:13 h eine Zeit unter drei Stunden. Jenseits dieser Marke ging es Schlag auf Schlag. M45-Sieger Markus Malz war nach 3:01:43 h als Landkreis-Sieger im Ziel und behielt über Patrick Roos (2. M45) in 3:03:13 h die Oberhand. Andreas Müller vom LC Olympia Wiesbaden gewann in der M40 als Siebter in 3:03:59 h. Alexander Thielen aus Grünstadt belegte in 3:04:52 h den dritten Platz in der M45, direkt gefolgt vom M45-Vierter Axel Karst aus Hirschberg an der Bergstraße in 3:04:56 h. Timo Gröbert vom 1. FC Kaiserslautern, M40-Zweiter in 3:05:11 h, schloss die Top10 ab. Bei den Frauen dürfte Sophia Wunsch als Sieganwärterin gehandelt worden sein, doch viel Marathonerfahrung brachte sie gar nicht mit. Die Projektmanagerin bei Mercedes-Benz in Rastatt läuft für die LG Region Karlsruhe und es war erst ihr dritter Marathon überhaupt. Zuvor lief sie in Frankfurt in 2:40:49 h ihre Bestzeit und einmal den Berlin Marathon. Nun also die Königsdistanz mal profiliert. Die 29jährige startet im Mai beim Trollinger Marathon über Halbmarathon. Ihre Halbmarathon-Bestzeit ist 1:16:15 h. Mit dem Team erlief sie schon zahlreiche DM-Medaillen beim Cross und auf der Straße. An der Weinstraße setzte sie sich in 2:51:42 h erfolgreich in Szene und ließ nur zwei Männern den Vortritt.
Dem stand Laurine Freitag von der LGV Marathon Giessen/ASICS um nichts nach, die nach 2:55:08 die Zielmatte als zweite Frau und Gesamtvierte querte. Ihr Freund Luis holte sie bei Kilometer 18 ein. Bis 2 Kilometer vor dem Ziel blieben sie zusammen, dann zog sie das Tempo nochmals an. Sie hatte nach einer Challenge gesucht und im MDW gefunden. Es war richtig toll. Der MDW zählt nun zu ihren Top3 der Marathonläufe zusammen mit München, wo sie ihre Bestzeit von 2:52 h gelaufen ist, und dem Arathon, einem Erlebnismarathon im Ahrtal. Es war bereits ihr elfter Marathon und sie war überrascht, dass sie trotzt des Streckenprofils nur drei Minuten hinter ihrer Bestzeit geblieben ist. Für sie war es ein Vorbereitungslauf für einen Ultralauf in Innsbruck, der sie in drei Wochen über 110 km und 5600 Höhenmeter ganz anders fordern dürfte. Sie läuft ab 5 Kilometer alles, so die 25jährige angehende Sportwissenschaftlerin, die Bewegung und Gesundheit studiert.
Platz 3 und der W45-Sieg ging in 3:06:33 h an Silvia Felt. In Bad Dürkheim zog sie an der Siegerin der vorherigen Austragung, Christine Fischer-Bedtke (LG eXa Leipzig) vorbei, die in 3:10:25 h den vierten Rang nicht mehr abgab und in der W40 siegte. Für Silvia Felt war es die Erstteilnahme am Marathon Deutsche Weinstraße. Sie hatte gehört, der soll sehr schön sein und auf der Suche nach einem langen Lauf mit Event war sie an der Weinstraße fündig geworden. "Es war sehr schön", so die Veranstalterin des Weinheim Trails. Die Kilometerschilder, die zahlreichen gut bestückten Versorgungsstellen, das tolle Publikum, das Spaß und Freude rübergebracht hat, hob sie besonders hervor. Sie kommt gern wieder um dann vielleicht mit ihrem Bruder am Duo-Marathon teilzunehmen, der im April Geburtstag hat, und das wäre doch ein schönes Geschenk. Doch bis dahin sind ja noch zwei Jahre. Ihren nächsten Marathon läuft sie bereits am 26. April in Hamburg. Fünfte und W50-Erste wurde Eva Katz (PC Vorwärts Speyer), zudem bestplatzierte Pfälzerin in 3:18:23 h. Sie war 2016 Dritte geworden und 2018 Zweite. Es folgte eine lange Zeit mit orthopädischen Problemen, wo sie mehr Rad fuhr. Erst in diesem Jahr hat sie sich wieder dem Lauftraining zugewendet. Was sie aber immer gemacht hat, das hat Tradition, ist beim Jungfrau Marathon in Interlaken zu starten. Im September wird sie den zum zehnten Mal laufen und wünscht sich dort zusammen mit ihrer Schwester an den Start zu gehen. Weitere Plätze gingen an die W40-Zweite Tamy Saxinger in 3:18:37 h. Susanne Kömmlinger aus Köln folgte in 3:23:49 h und komplettierte das Podium der W40. Linda Altendorfer (W30) aus Limburgerhof in 3:25:55 h, Sabine Beck (W40) vom RTL Rodgau in 3:28:53 h und Luise Staudt (W35) vom Ludwigshafener SV 07 in 3:29:21 h machten die Top-ten komplett.
Unangetastet blieben die Streckenrekorde von Janina Malska aus Polen, die 2002 nach 2:49:28 h ins Ziel gelaufen war sowie des Kenianers Evans Taiget in 2:20:46 h aus dem Jahr 2016. Mit 757 Marathon-Ergebnissen, davon 169 Frauen, erfüllte sich der Traum einer vierstelligen Zahl noch immer nicht. Daran wird bestimmt weiter gearbeitet.
Duo-MarathonDie Wechselzone für die Duos befindet sich auf dem Stadtplatz in Bad Dürkheim bei Kilometer 20. Ein Sonderzug bringt die Teilnehmer von Bockenheim dorthin. Zwei Rückfahrten starten vom Bahnhof Bad Dürkheim. Für alle Teilnehmer fahren Busse von Park+Ride-Plätzen nach Bockenheim. Schon früh am Morgen sind alle Zufahrten nach Bockenheim weiträumig gesperrt. Überall wird den Läufern auf der Strecke Vorfahrt gewährt. Teils mit Verständnis, teils verärgert fügen sich die Verkehrsteilnehmer den Anordnungen. Dank gilt allen Einsatzkräften: der TSG Grünstadt, dem TSV Bockenheim, der Polizei, der Freiwilligen Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk an der gesamten Strecke, dem Deutschen Roten Kreuz (Kreisverband Bad Dürkheim), den Sport- und Kulturvereinen und noch vielen mehr. Auch allen Helfern an den Verpflegungsstellen und den Ortsgemeinden dankte der Landrat für ihre Unterstützung: "Sie machen den Marathon Deutsche Weinstraße zu dem was er ist - einem der schönsten Landschafts- und Erlebnisläufe in Deutschland. Es ist unglaublich mit welchem Elan jeder an die Sache geht und wie sehr alle diesen Marathon lieben." Der Duo-Marathon wird in den Kategorien Frauen, Männer und Mixed gewertet. 254 Formationen erreichten das Ziel. Die schnellsten Damen waren Maria Gasser und Loredana Dezius. Als LEXplosiv siegten sie in 3:11:04 h vor Martina Menke und Ulrike Zivkovic in 3:31:51 h. Ute Jarzombek wurde mit Benita Rösl-Degner Dritte in 3:43:51 h. Das schnellste Männer-Duo stellte der TV Alzey Laufteam mit Sören Rathgeber und Selama Tesfamariam in 2:27:28 h. Gert-Jan Wetzelaer und Horatius Gentz (2:36:06) sowie Till Sander-Dellbrügge und Matthias Andes (2:46:19) folgten auf den Rängen. Das beste Mixed-Team war mit Clara Bormann (LaufLeben Running Crew Mainz) und Lennart Nies (TV Maikammer) herausragend besetzt. In 2:36:13 h stellte das Duo einen Streckenrekord für Mixed-Teams auf. Tanja Seiberling und Marcel Kugler folgten in 2:54:00 h auf Platz zwei. Den dritten Rang nahmen Daniela und Matthias Wagner in 3:03:06 h ein. Clara Bormann, mit Bestzeiten von 1:20 h über Halbmarathon und 2:50 h über Marathon, ist die Gründerin des Vereins LaufLeben Running Crew Mainz. Auf den Gedanken als Duo zu starten, kam sie vor einem Jahr auf einer Weinstraßen-Radtour. Der Verein ist von 12 Gründungsmitgliedern 2019 bereits auf 130 Mitglieder gewachsen. Lennart Nies, weitläufig verwandt mit dem Marathonsieger Eric, belegte im Jahr 2022 beim MDW-Marathon den dritten Platz. Lennart übernahm den zweiten Abschnitt, Clara den ersten. Für sie war das wellige Profil doch ungewohnt, da sie in Mainz flache Strecken gewohnt ist. Ab Kilometer 16 ging es aber überwiegend bergab und "landschaftlich war es sehr schön", so ihr Resümee.
Zu den StreckenBeim Marathon kommen 495 Höhenmeter zusammen, bei Halbmarathon summieren die sich auf 240. Die Strecken sind vermessen. Ein Umstieg vom Marathon auf den Halbmarathon ist während der Veranstaltung möglich, aber nur an der Weiche bei Kilometer 8,7. Beide Strecken kommen danach noch einmal zusammen. Wer sich erst an der zweiten Weiche zur kürzeren Distanz entscheidet wird gar nicht gewertet. In Bockenheim informierte Achim Seiter die Zuschauer über das Geschehen und begrüßte die Zieleinlaufenden. In Bad Dürkheim sorgte Moderator Wolfgang Behr für Hochstimmung und einen geordneten Ablauf. Unterwegs heizten Guggemusiker ein, wie beispielsweise die Rotwoigeister in Asselheim oder die Wingertsgeischter in Kleinkarlbach. Highlights sind die Riesling-Schwämme, aus denen in Dackenheim und Kleinkarlbach Kraft gesaugt werden kann. Neu war der Schorle-Schauer in Bockenheim am Weingut Sonnenhof Karl Schäfer & Söhne, der kam als Gaudi bei Läufern und Zuschauern sehr gut an.
Familie Schäfer engagiert sich zudem für die passenden Getränke. "Es sind zwei hervorragende Weine geworden", waren sich die Schäfer-Winzer sicher. Den knackig-frischen und spritzigen Riesling bekamen alle Teilnehmer bereits mit den Startunterlagen. Auf alle Siegerinnen und Sieger wartete später als Präsent ein edler Rotwein. Alle Finisher erhielten im Ziel die Medaille in Traubenform. Den Saumagen gibt es unterwegs aus der Flasche und aus der Pfanne. Den Transport der Pressevertreter organisiert Thilo Holstein vom Weingut Holstein in Kindelheim. Dass der Marathon sich bestens als touristische Werbung für die ganze Region eignet, ist belegt. Der MarathonsamstagAm Samstag fand ein vielfältiges Programm mit Kinder- und Jugendläufen in Bockenheim statt. 379 Läuferinnen und Läufer wurden gezählt. Die Stimmung am sonnigen Samstag war einmalig. Ein Kinderfest, die Nudelparty, eine Sport- und Gesundheitsmesse und am Abend übernahm die Band "Twist & Shout" die Regie im Festzelt.
FazitRolf Kley, Organisationsleiter im Kreishaus, und die Organisatoren Harry Brand von der TSG Grünstadt und Timo Hennrich und Timo Konietzka vom TSV Bockenheim brachten es unisono auf den Punkt: "Zufriedene Läufer und tolle Stimmung an der Strecke und im Zielbereich, das ist unser Ziel und das konnten wir auch dieses Jahr wieder erleben." Im Zeichen von Traube und Wein, durch wunderschöne Landschaften und mit viel Lebensfreude geht es alle zwei Jahre auf die Strecke zwischen Bockenheim und Bad Dürkheim. Der nächste Termin ist der 2. April 2028! Schließen wir den Bogen. Die Erwähnung der Leistungen der Vertreter aus den älteren Generationen, die nicht mehr ganz vorne mitmischen können, aber 42 Kilometer so locker abspulen, dass es die Zuschauer in ungläubiges Staunen versetzt, kam zu kurz, kann aber auf der Race Result Seite eingesehen werden.
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